Archiv für Juli 2015

David Karle holt Gold beim European Cup Paks Ungarn

Mittwoch, 15. Juli 2015

eju-135367Im ungarischen Paks, fand die vorletzte Entscheidung für die Qualifikation zu den Judo-Europameisterschaften der Altersklasse U21 statt, die vom 18 bis 20 September 2015 in Oberwart in Österreich stattfinden werden. Der Kaufbeurer David Karle, der für Großhadern auf die Matte ging, hatte bereits zu Jahresbeginn mit seinem zweiten Platz bei den Deutschen Meisterschaften wichtige Ranglistenpunkte gesammelt. Aufgrund einer Schienbeinverletzung im Aufbautraining für die European Cups , war er jedoch für sechs Monate außer Gefecht. Der Traum an der EM teilzunehmen lag dadurch in weiter Ferne. Laut Aussage von Bundestrainer Richard Trautmann wäre eine internationale Medaille notwendig, um an den Hoffnungsschimmer für die Europameisterschaftsqualifikation anzuknüpfen.
Dieses gelang David Karle beim European Cup in Paks in beeindruckender Weise. Karle, der in der Vorrunde bis 66 kg ein Freilos hatte, traf in der zweiten Runde auf Henrri Matta aus Finnland. Taktisch gut eingestellt, nötigte der Kaufbeurer seinem Kontrahenten drei Strafen wegen passiven Verhaltens auf und ging so als Sieger von der Matte . Den zweiten Kampf gegen Bence Boros aus Ungarn beendete Karle in nur 19 Sekunden mit einer Würgetechnik. Im Kampf um den Poolsieg traf Karle auf Norin Tatarescu, der im Vorfeld den amtierenden Europameister ausgeschaltet hatte. Karle wurde von Olympiastützpunkttrainer Winston Gordon hervorragend auf den Moldawier vorbereitet und rang durch einen harten Griffkampf auch diesem Gegner drei Strafen wegen Passivität ab. Im Halbfinale stand er Petar Zadro aus Bosnien Herzegowina gegenüber, zwar geriet der TVK-Judoka zu Beginn mit einer Strafe in Rückstand, allerdings punktete er danach mit einem Fußfeger. Mit dem anschließenden Schulterwuf Seoi nage beendete Karle den Kampf mit 10:1 Punkten und zog damit ins Finale ein. Nils Stump machte Karle anfangs das Leben schwer. Mit drei Strafen geriet er in Rückstand, doch nach eigener Aussage war sich Karle sicher, dass er den Schweizer noch werfen könne, sobald er diesen nahe genug an die Hüfte bekäme. In einer furiosen Aufholjagd punktete Karle sich nach vorne , bevor er den Gegner in der dritten Minute mit einem Schulterwurf auf den Rücken beförderte und sich die Goldmedaille und die angestrebten Ranglistenpunkte sicherte.
Schon am nächsten Wochenende bestreitet Karle seinen nächsten Europacup im polnischen Wroclav – auch hier wird neben dem Sieg um die wertvollen Ranglistenpunkte gerungen.
Auf dem Foto: David Karle zweiter von links.
Foto: EJF

Europameisterschaft 2015 im bulgarischen Sofia mit Tobi Bergmeier

Samstag, 11. Juli 2015

OLYMPUS DIGITAL CAMERA         „Er hat sich gut verkauft. Mit etwas Glück wäre sogar mehr drin gewesen“, lautet das positive Resümee von TVK-Judo-Abteilungsleiter Dieter Zimmermann trotz des vorzeitigen Ausscheidens von Tobias Bergmeier bei der U18-Europameisterschaft im bulgarischen Sofia. Für den in Aitrang beheimateten Judoka war es der Einstand bei Europameisterschaften.

Das Losglück war Tobias Bergmeier dabei nicht hold und gleich zu Beginn hatte er schwere Gegner in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm in der Liste, die mit 39 Teilnehmern besetzt war. Der 17-Jährige stieg zwar zunächst ins Turniergeschehen mit einem Freilos in der Vorrunde ein. In seinem ersten Duell traf er dann auf Hasil Jafarov. Gegen den Aserbaidschaner lag der Ostallgäuer schon mit 0:8 zurück, ehe er eine rasante Aufholjagd startete und das Kampfgeschehen noch mit 10:8 wendete und zu seinen Gunsten entschied. Der Georgier Lasha Dudashvili dürfte sich wohl noch lange an Tobias Bergmeier erinnern. Bergmeier erwies sich bei diesem Kampf als sehr unangenehmer Gegner. Obwohl der Georgier mit einem Wazaari in Führung ging, setzte Bergmeier ihn massiv unter Druck, sodass er seinem Gegenüber drei Verwarnungen wegen Passivität aufdrückte, der Georgier kam dann doch mit einem blauen Auge davon und brachte den Kampf mit viel Glück über die Zeit. „Sein Gegner war so kaputt, weil Tobias ihn mächtig unter Druck gesetzt hat“, erzählt Dieter Zimmermann. Dudashvili ließ an diesem Tag alle weiteren Gegner alt aussehen, da er sie schon vor Ende der regulären Kampfzeit ausschaltete. Durch den Poolsieg von Dudashvili war Bergmeier noch weiter in der Trost- bzw. Hoffnungsrunde dabei. Da Bergmeier sich im Kampf gegen den Georgier, der sich im Turnierverlauf den Europameistertitel sicherte, jedoch eine Schulterverletzung zugezogen hatte, konnte er nur sehr eingeschränkt gegen seinen nächsten Kontrahenten aus Polen zu Werke gehen. Ohne den kraftvollen Einsatz seines Griffarmes war Przemyslaw Czuborski zu stark für Bergmeier, sodass der TVK-Judoka nach einer weiteren Niederlage das Turnier vorzeitig beenden musste. Am Folgetag reichte es im Teamwettbewerb unter 42 Nationen noch zu Platz neun für die deutsche Riege. Den EM-Titel holten sich die Georgier, die im Finale die Niederländer bezwangen, Bronze sicherten sich die Judoka aus Frankreich.

Foto:D. Zimmermann

Auf Bergmeier wartet die Europameisterschaft in Sofia

Donnerstag, 02. Juli 2015

OLYMPUS DIGITAL CAMERA         Wenn vom 2. bis zum 5. Juli 2015 in der bulgarischen Hauptstadt Sofia die Judo-Europameisterschaften der Altersklasse U18 ausgetragen werden, ist mit Tobias Bergmeier auch ein Judoka des TV Kaufbeuren 1858 für Deutschland am Start. Nach Ankündigung des Bundestrainers soll er nach dem Start im Einzelwettbewerb in der Gewichtsklasse bis 73 kg außerdem in der Mannschaft die deutschen Farben vertreten, anschließend geht das Wochenende in ein internationales Trainingslager über. Tobias Bergmeier, einer der Ausnahmeathleten des TVK, wurde dieses Jahr nach Platz drei bei den Deutschen U18-Titelkämpfen, Rang zwei bei den nationalen U18-Meisterschaften, sowie Platz drei beim International Masters-Turnier in Bremen in den Nationalkader berufen. Bereits im Alter von fünf Jahren fand Bergmeier Gefallen am Judosport, als er beim Turnverein Kaufbeuren in der Kleinkindergruppe erste Erfahrungen auf der Matte machte. Mit dem Wechsel in die Leistungsgruppe, wo er bereits mit zehn Jahren dreimal die Woche ins Training ging, blieben die Erfolge auf nationaler und internationalen Ebene nicht aus. Nach Absprachen zwischen dem Landestrainer Jan Schmidt und den Heimtrainern wurde Tobias Bergmeier zusammen mit Jakob Hartmann in den Olympiastützpunkt nach München berufen, wo beide ins Haus der Athleten einzogen.
Angesichts des intensiven täglichen Trainings und der Vorbereitungscamps mit dem Nationalkader in Tschechien, Polen, sowie an der Sporthochschule Köln, werden zusätzlich an wettkampffreien Wochenenden Trainingseinheiten beim Heimatverein abgehalten um an der individuellen Technikverbesserung zu feilen. Somit bleibt für andere Hobbys kaum noch Zeit, da ja für die Prüfungen am Gymnasium ebenfalls hart gearbeitet werden muss um einigermaßen den Notenschnitt zu halten.
Abteilungsleiter Dieter Zimmermann freut sich riesig über die Nominierung von Tobias Bergmeier und ist der Meinung, dass Tobi mit etwas Losglück auf alle Fälle unter die besten Sieben dieser Europameisterschaft kommen kann. „Alleine die Tatsache, dass er die Nominierung zur EM geschafft hat, ist ja schon ein toller Erfolg. Hier kommt nicht mehr jeder hin und wir wissen alle wie hart der Weg dahin ist.“ Der Vorstand des TV Kaufbeuren, sowie die ganze Judoabteilung steht hinter Tobias und alle wünschen ihm für dieses große Event viel Erfolg.